Präsent sein – auch in sozialen Medien

Die Jugendberufsagentur Bremen und Bremerhaven nutzt die Social-Media-Plattform Instagram, um junge Menschen zu erreichen.

13.09.2023 | Jugendberufsagentur Bremen und Bremerhaven | Redaktion

Jugendliche und junge Erwachsene suchen auf Social Media nicht mehr nur Unterhaltung, sondern auch seriöse Informationen. Auf Instagram informiert deshalb die Jugendberufsagentur Bremen und Bremerhaven zu Themen am Übergang Schule – Beruf. Sie nutzt dafür ihren eigenen Kanal und auch die Möglichkeiten des sozialen Netzwerks zum Teilen von Inhalten, um ihre Reichweite zu erhöhen.

Die Jugendberufsagentur Bremen und Bremerhaven


Unter dem Dach der Jugendberufsagentur Bremen und Bremerhaven arbeiten die folgenden Akteure zusammen: Die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven, das Jobcenter Bremen, das Jobcenter Bremerhaven, der Magistrat der Stadt Bremerhaven, die Senatorin für Kinder und Bildung und die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration

Website der Jugendberufsagentur

Kontakt: Annika Port


Annika Port ist seit März 2021 Mitarbeiterin für Social Media und Öffentlichkeitsarbeit in der Jugendberufsagentur Bremen.
In dieser Funktion hat sie im Juni 2021 den Instagram-Kanal der Jugendberufsagentur Bremen und Bremerhaven eingerichtet.

Kontakt

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Screenshot eines Beitrags des Kanals

"Wir sind jetzt auch auf Instagram!" Das stand unter dem ersten Beitrag der Jugendberufsagentur Bremen und Bremerhaven am 30. Juni 2021. Hinter dieser Aussage steckt kein leeres Versprechen, denn die Präsenz in sozialen Medien ist für die Jugendberufsagentur ein wesentlicher Grundpfeiler ihrer Öffentlichkeitsarbeit. Besonders die bei jungen Leuten beliebte Plattform Instagram steht im Fokus. Seit dem Start des Instagram-Kanals der Jugendberufsagentur im Juni 2021 wurden knapp 350 Video- und Bildbeiträge dort veröffentlicht. Annika Port ist eine von zwei Social-Media-Managerinnen, die sich um den Kanal kümmern. Sie hat den Instagram-Auftritt von Beginn an begleitet und mit der Servicestelle Jugendberufsagenturen über ihre Arbeit gesprochen.

Der Anstoß für den Instagram-Kanal kam durch die Corona-Pandemie, als Beratungen in Präsenz durch die Fachexpertinnen und -experten der Jugendberufsagentur auf Messen und in Schulen nicht mehr möglich waren und Jugendliche und junge Erwachsene über die gewohnten Wege der Öffentlichkeitsarbeit immer schlechter erreicht werden konnten. Sie verbrachten weniger Zeit in Freizeiteinrichtungen und auf öffentlichen Plätzen, waren aber deutlich häufiger im Internet. Auch schon vor Beginn der Pandemie hatten die Sozialen Medien eine große Bedeutung und die Nutzung steigt kontinuierlich. Jedoch hat sich der Schwerpunkt ein wenig verschoben: Social Media Plattformen werden von jungen Menschen nicht mehr ausschließlich zur Unterhaltung und Kommunikation verwendet, sie werden zunehmend auch für die Suche nach Informationen und aktuellen Nachrichten genutzt. Dabei geht es nicht immer um eine gezielte Suche, sondern auch um das Stöbern und eher beiläufige Finden von neuen Informationen, ein Verfahren, für das vor allem Instagram gern verwendet wird.(1)

Ein Kanal für alle

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen entstand der Plan, soziale Medien zu nutzen, um auf die Jugendberufsagentur aufmerksam zu machen. Auch wenn die Corona-Situation diesen Entschluss vorangetrieben hat, haben die Partner der Jugendberufsagentur mit Engagement, Weitsicht und vereinten Kräften den Instagram-Kanal zu einem langfristigen Instrument der Öffentlichkeitsarbeit gemacht. Besonders deutlich wird dies in den beiden Social-Media-Stellen, die eigens für die Betreuung des Instagram-Auftritts geschaffen wurden. Annika Port und ihre Kollegin können sich dadurch hauptamtlich um die regelmäßige Produktion von Content und die Pflege des Kanals kümmern. Der Nutzen dieses speziellen Aufgabenzuschnitts zeigt sich in der Fülle und Vielfalt der Beiträge, die sie mit Kreativität und Spaß an der Sache betreuen. "Das Ziel war ja, dass die jungen Menschen sehen, dass auf dem Kanal auch etwas passiert. Wir möchten mit spannendem Content echte Präsenz zeigen – und dafür braucht man einfach auch Zeit", berichtet Annika Port.

Die Stellen werden über das Senatsressort für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration aus Mitteln des Bremen Fonds finanziert und verteilen sich auf die Standorte Bremen und Bremerhaven. Trotz der räumlichen Trennung arbeiten beide Social-Media-Managerinnen sehr eng zusammen. Schließlich geht es darum, mit dem Instagram-Kanal die gesamte Jugendberufsagentur zu repräsentieren und die Interessen aller Partner und Standorte zu vertreten.  Der gemeinsame Austausch spielt dafür eine große Rolle. Dafür gibt es zum einen Arbeitsgruppen, in denen die Social-Media-Managerinnen mit Vertreterinnen und Vertretern der Kooperationspartner der Jugendberufsagentur über den Instagram-Kanal sprechen. Zum anderen haben die Social-Media-Managerinnen ihren jeweiligen Arbeitsplatz direkt in den Räumlichkeiten der Jugendberufsagentur an den Standorten Bremerhaven und Bremen Mitte. Annika Port erklärt: "So bin ich direkt am Kern des Geschehens und kriege besser ein Gefühl dafür, was bei den verschiedenen Partnern ansteht."

Zukunft klarmachen

Die Nähe sowie der direkte Kontakt zu beratenden Fachkräften und jungen Menschen in der Jugendberufsagentur helfen den zwei Social-Media-Managerinnen bei der Themenfindung für die Beiträge. Sie sind nicht bei Beratungen dabei, kommen dafür aber auf dem Flur mit den Jugendlichen ins Gespräch. Auch die Fachkräfte können sich jederzeit mit Themenvorschlägen an sie wenden. "Dadurch habe ich mittlerweile ein gutes Gefühl dafür bekommen, was unsere Zielgruppe bewegt und wie wir über unsere Angebote informieren können. Außerdem bekomme ich ja auch durch die Klickzahlen auf unserem Kanal Anhaltspunkte, welcher Content die Jugendlichen interessiert."

Die Zielgruppe des Kanals ist heterogen, aber letzten Endes lassen sich die Themen unter dem Begriff 'Zukunft' zusammenfassen.

Annika Port

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Eine bunte Mischung an Beiträgen (Screenshot der Startseite)

Auf Instagram informiert die Jugendberufsagentur zu Themen, die am Übergang von der Schule ins Berufsleben eine Rolle spielen können: Es gibt Hinweise zur Ausbildungssuche, Erfahrungsberichte von Azubis zu ihren Ausbildungsberufen sowie Tipps zur Vorbereitung auf die Arbeitswelt.
Bei der Erstellung der Beiträge gilt es darauf zu achten, dass die Zielgruppe des Kanals sehr heterogen ist. "Wenn ich die Planung für den Content mache, schaue  ich, dass ich etwas für diejenigen habe, die nicht wissen, wie es nach der Schule weitergeht, etwas für die, die schon die Augen nach Stellen offenhalten und auch für die, die kurz davor sind, ihre Ausbildung oder ihr Studium abzubrechen. Damit für alle etwas dabei ist und die Beiträge im Schnitt für möglichst viele spannend sind", erklärt Annika Port. Es gibt auch Themenbereiche, beispielsweise Finanzen, die für den Großteil der Jugendlichen von Interesse sind. "Letzten Endes lassen sich die verschiedenen Themen des Kanals unter dem großen Thema 'Zukunft' zusammenfassen. Darum geht es ja. Deshalb heißt der Kanal auch 'jba_zukunftklarmachen'."

Das Netzwerk nutzen

In vielen Beiträgen auf dem Kanal werden die Informationen in Form von sehr kurzen Videos, sogenannten Reels, aufbereitet – manchmal sogar humorvoll. "Wenn möglich, versuche ich die drögeren Themen mit ein bisschen Glitzer zu bestreuen", schmunzelt  Annika Port, fügt dann aber hinzu: "Aber nur, wenn es dem Ziel – junge Menschen über ihre Möglichkeiten zu informieren – nicht abträglich ist. Wir sind kein Unterhaltungskanal, da müssen wir authentisch sein und dazu stehen. Es geht nicht darum, möglichst viele Follower zu gewinnen, sondern darum, dass die Infos bei der Zielgruppe ankommen."

Kleines Instagram-Glossar

REEL: Kurzes Videoformat
POST: Veröffentlichung eines Beitrags
CAPTION: Begleittext unter den (Video-)Beiträgen
CONTENT: Beiträge auf dem Kanal
FEED: "Startseite" des Kanals
STORY: Feed-unabhängiger Beitrag (ist nur 24 Stunden sichtbar)
AD: Bezahlte Werbeanzeigen
HASHTAG: Verschlagwortung von Beiträgen
FOLLOWER: Abonnentinnen und Abonnenten eines Kanals

Die Followerschaft des Instagram-Kanals besteht zudem nur zu einem Teil aus jugendlichen Nutzerinnen und Nutzern selbst, daneben haben Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und (Sport-)Vereine in Bremen und Bremerhaven sowie Eltern den Kanal abonniert. "Wir können unser Netzwerk effektiv über Social Media nutzen. Im Grunde haben wir auf Instagram eine eigene kleine Community aufgebaut, in der alle die gleiche Zielgruppe haben und sich gegenseitig entsprechend mit Informationen versorgen und ihre Reichweite erhöhen können", erklärt Annika Port. "Die jungen Menschen müssen uns also gar nicht abonnieren, aber sie sind Follower von ihrem Sportverein, ihrer Schule oder anderen Freizeitangeboten und sehen dann, wenn diese unseren Content teilen."

Einen ähnlichen Effekt erzielt die Jugendberufsagentur Bremen und Bremerhaven auch durch das Schalten von Werbung auf anderen Social-Media-Plattformen, beispielsweise TikTok. "Wir haben bisher nur einen Instagram-Kanal, weil wir dort die meisten Möglichkeiten haben, den Content so aufzubereiten, wie wir es möchten und weil die von uns angesprochene Altersgruppe bisher eher Instagram als TikTok nutzt, auch, wenn die Grenzen zunehmend verschwimmen." Mit den bezahlten Werbeanzeigen, sogenannten Ads, kann die Sichtbarkeit der Jugendberufsagentur in Social Media erhöht werden. Und es gibt einen praktischen Vorteil: Für die Ads kann die Jugendberufsagentur einfach Videos verwenden, die auf Instagram ohnehin als Beiträge veröffentlicht werden. Es gibt also keinen Mehraufwand.

Auch wenn die Jugendlichen uns nicht abonnieren, sind sie zum Beispiel Follower von ihrem Sportverein und sehen, wenn dieser unseren Content teilt.

Annika Port

Beiträge übers ganze Jahr verteilt

Ein wesentlicher Teil der Arbeit der Social-Media-Managerinnen besteht darin, neuen Content für den Instagram-Auftritt zu generieren. In der Regel werden auf dem Kanal zwei bis drei Beiträge pro Woche veröffentlicht. Um diese Taktung aufrechterhalten zu können, braucht es eine gewisse Planung:

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Berufswahlinfos, charmant verpackt. (Screenshot eines Beitrags)

Die Beiträge werden ein Quartal im Voraus geplant. Da es vorkommen kann, dass geplante Produktionen sich verzögern oder entfallen, ist es hilfreich zu Beginn des Jahres einige Beiträge vorzuproduzieren, um sie im Falle von zeitlichen Engpässen mit wenigen Klicks veröffentlichen zu können. Manche Beiträge orientieren sich an bestimmten Kalenderdaten, beispielsweise Feiertagen oder Ferien. "Dadurch kann ich unseren Content mit Themen verknüpfen, die so erst mal nichts mit Bildung zu tun haben, aber Aufmerksamkeit erzeugen oder sich gut verlinken lassen. Und der Inhalt der Beiträge handelt ja trotzdem von unseren Themen." Was damit gemeint ist, zeigt ein Blick auf den Feed des Instagram-Kanals: An Valentinstag oder Halloween werden "romantische" und "gruselige" Berufe beleuchtet und kurz vor den Ferien solche für Reisefreudige – und zu Silvester dreht sich ein Video um Neujahrsvorsätze mit Bezug zu Themen der Jugendberufsagentur.

Viele Videos auf dem Kanal sind ähnlich aufgebaut, was daran liegt, dass es wiederkehrende Formate sind. "Das kann man sich so vorstellen wie Reihen", erklärt Annika Port. "Wir haben zum Beispiel das Format 'Läuft bei dir' – da interviewen wir Azubis zu ihrer Ausbildung – oder 'Gut zu wissen', wo wir verschiedene Berufe vorstellen. Die wiederkehrenden Formate sorgen dafür, dass es auf dem Kanal Stabilität gibt, die Nutzerinnern und Nutzern hilft, sich schnell zurechtzufinden. Und es hilft bei der Planung; man kann schauen, welches Format länger nicht bedient wurde und dann schauen, welche Themen damit gut funktionieren würden."

Rund um die Contenterstellung

Oft ist Annika Port selbst in den Videos zu sehen. Mit Filtern und manchmal auch Kostümen kreiert sie verschiedene Szenarien. "Mir ist bewusst, dass es nicht für jede und jeden etwas ist, vor der Kamera zu stehen – damit muss man sich wohlfühlen. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten, um Content zu erstellen. Zum Beispiel Bilder, die man mit Texten versehen und mit Musik unterlegen kann. Und wir veröffentlichen auch viele Interviews." Die Interviews mit Auszubildenden sind ein fester Bestandteil des Kanals. In kurzen Videoclips erzählen sie darin von ihrem Ausbildungsberuf. "Uns ist dabei sehr wichtig, dass diese Clips authentisch sind. Unsere Zielgruppe merkt das auch", bekräftigt die Social-Media-Managerin. Die Kontakte dafür entstehen teilweise durch die Verbindungen der Jugendberufsagentur, teilweise auch durch Recherche und Networking im Rahmen von Veranstaltungen oder Messen.

Die Erstellung der Beiträge lässt sich in verschiedene Schritte unterteilen, die je nach Format und Inhalt etwas variieren können, im Großen und Ganzen aber ähnlich aussehen. Die einzelnen Schritte erklärt Annika Port am Beispiel des Video-Interviews "Emily ist 21 und macht eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft":

Themenfindung über Kontakte, durch Recherche oder Networking

"Manchmal gibt es zuerst das Thema und eine gezielte Recherche, wie man es umsetzen kann. Manchmal entsteht ein Kontakt und daraus ergibt sich die Möglichkeit für einen Beitrag. Im Fall von Emilys Interview war es der Kontakt.
Im November 2021 fand die Mädchen*Berufsmesse in Bremerhaven statt. Ich war vor Ort, um mit dem Instagram Kanal über die Veranstaltung zu berichten und Storys von der Veranstaltung zu machen.
Ich habe gesehen, dass eine junge Frau hinter dem Stand eines Bestattungsunternehmens sitzt. Einen Beitrag zu diesem Berufszweig gab es noch nicht auf dem Kanal, weswegen ich sie angesprochen habe. Ich habe ihr den Kanal gezeigt und sie gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, dass wir ein gemeinsames Video zu ihrem Ausbildungsberuf machen.
Sie hat zugesagt und wir haben unsere Kontaktdaten ausgetauscht."

Konkretisierung der Beitrags-Idee und Vorbereitung der Dreharbeiten

"Kurze Zeit später habe ich mich per Mail bei ihr gemeldet und wir haben daraufhin telefoniert. Ich habe ihr Fragen zum Ablauf beantwortet und sie hat im Vorfeld mit ihrem Arbeitgeber abgesprochen, dass wir zum Feierabend im Betrieb filmen dürfen.
Wir haben uns auf einen Termin geeinigt, an dem ich zum Drehtermin in den Betrieb fahre.

Im Vorfeld der Dreharbeiten habe ich mir überlegt, wie der Beitrag aussehen kann und entsprechende Interview-Fragen vorbereitet. Diese habe ich einige Tage vor unserem Drehtermin an Emily geschickt, damit sie auf die Fragen nicht völlig unvorbereitet antworten muss."

Drehtermin

"Am Drehtag bin ich abends in Emilys Ausbildungsbetrieb gefahren. Wir haben die Interview-Fragen kurz besprochen. Außerdem hat Emily die Einverständniserklärung 'zur entgeltfreien Nutzung der Foto- und Videoaufnahmen zu eigenen Presse- und Marketingzwecken' unterschrieben.
Wir haben den Dreh mit Aufnahmen von den Räumlichkeiten des Betriebs begonnen. Emily hat mir die verschiedenen Räume gezeigt und ich habe sie bei alltäglichen Aufgaben gefilmt.

Danach habe ich ihr in einem ruhigen Raum die vorbereiteten Interview-Fragen gestellt und sie dabei mit meinem Dienst-Smartphone gefilmt."

Schnitt, Bearbeitung und Planung

"Im Nachgang des Drehtermins habe ich das Video-Material gesichtet. Dabei gehe ich immer so vor, dass ich mir die Aufnahmen markiere, die mir gefallen und die lösche, die nicht so gut geworden sind. Auf Grundlage des sortierten Rohmaterials entscheide ich dann, wie viele Beiträge ich aus dem Material machen kann. Im Fall von Emily habe ich mich für die Produktion von zwei Videos von etwa 30 – 45 Sekunden Länge entschieden.

Ich halte schriftlich fest, welchen Ablauf das jeweils zu bearbeitende Video haben soll, damit ich mich bei der Bearbeitung daran orientieren kann. Außerdem trage ich im Redaktionsplan ein, zu welchem Zeitpunkt ich die Videos veröffentlichen möchte. Dabei achte ich darauf, dass der Zeitpunkt passt und die Bearbeitungszeit realistisch ist.
Den Schnitt und die Bearbeitung der Videos mache ich immer direkt auf dem Dienst-Handy. Dafür nutze ich unterschiedliche Apps. Pro Video plane ich dabei immer zwischen einer und zwei Stunden ein, manchmal geht die Bearbeitung auch etwas schneller, das kommt immer auf das Rohmaterial an.

Nachdem ich die beiden Videos fertiggestellt hatte, habe ich sie an Emily zur Freigabe geschickt."

Freigabe und letzter Schliff

"Emily hatte noch ein paar Änderungswünsche zu den Videos. Wir haben uns deshalb ausgetauscht und besprochen, welche Änderungen am Video vorgenommen werden sollen. Anschließend habe ich mich einmal an die Überarbeitung gemacht. Mit der überarbeiteten Version war Emily einverstanden.
Wenn ich für ein Video eine Freigabe erhalte, lade ich das fertige Produkt in eine Cloud hoch. Aus dieser Cloud füge ich die Videos dann in Instagram ein, wo ich sie für die Veröffentlichung als Reel vorbereite. Zum Schluss gestalte ich ein Titelbild – das geht in einem Online-Design-Tool für Bildbearbeitung – und überlege mir eine geeignete Caption, also die Betextung für den Beitrag, und passende Hashtags, um den Beitrag zu verschlagworten."

Posting und Monitoring des Beitrags

"Die zuvor durchgeführten Schritte erleichtern mir, das Video am geplanten Veröffentlichungstag auf unserem Kanal hochzuladen. Wenn ich das Video poste, muss ich dann nur noch passende Musik auswählen in Instagram und die Anzeige von automatisch generierten Untertiteln auswählen. Denn Caption, Titelbild und Hashtags habe ich ja bereits im Vorfeld ausgewählt.
Die Videos veröffentliche ich gleich an zwei Stellen: Einmal im Feed – der Beitragsübersicht – unseres Kanals und in der Story. Das erhöht die Chancen, dass Jugendliche zufällig darüber stolpern. Außerdem können passende Kanäle im Reel und in der Story markiert werden, um so noch mehr Aufmerksamkeit zu generieren.
Natürlich schaue ich auch nach der Veröffentlichung, ob der Beitrag Likes oder Kommentare bekommt, damit ich entsprechend reagieren kann. Dieses Monitoring ist deshalb wichtig, da im Netz negative Kommentare schnell außer Kontrolle geraten können, sich im schlimmsten Fall sogar zu einem sogenannten 'Shitstorm' entwickeln. Das wollen wir selbstverständlich verhindern. Das Monitoring ist aber auch bei positiven Kommentaren wichtig, denn so sehen die Leute, dass auf ihre Kommentare geantwortet wird und wir ihre Meinung wertschätzen. Das ist gut für die Wirkung unseres Kanals."

Kosten und Nutzen des Instagram-Kanals

Ein Instagram-Kanal kann kostenlos erstellt und genutzt werden, selbst in der Business-Version. Ganz umsonst ist die Umsetzung der Social-Präsenz der Jugendberufsagentur Bremen und Bremerhaven trotzdem nicht. Kosten entstehen für die Stellen der beiden Social-Media-Managerinnen und bezahlte Werbeanzeigen auf sozialen Plattformen. Zudem wird für die Produktion von Content Equipment benötigt. Annika Port und ihre Kollegin haben hierfür Smartphones für den dienstlichen Gebrauch erhalten. "Das Handy braucht eine gute Kamera und ausreichend Speicherkapazität, sowas kostet heutzutage aber nicht mehr die Welt. Und für die Bearbeitung nutze ich kostenfreie Software."

Mit Blick darauf, dass soziale Medien nicht an Bürozeiten gebunden sind, hat die Jugendberufsagentur zudem einen Dienstleister beauftragt, für die Abendstunden, das Wochenende sowie an Feiertagen ein Auge auf den Kanal zu haben – besonders mit Blick auf (negative) Kommentare. "Das ist durch eine ESF-Förderung möglich", berichtet die Social-Media-Managerin. "Ohne den Dienstleister gäbe es auch die Möglichkeit die Kommentarfunktion unter unseren Beiträgen zu deaktivieren, aber es ist sehr hilfreich, dass wir die Unterstützung dieses Monitoring-Teams haben. Das gibt mir auch nach Feierabend ein sicheres Gefühl."

Über Instagram machen wir keine Beratung, aber wir können Jugendliche darin bestärken in die Jugendberufsagentur zu kommen.

Annika Port

In Zukunft möchte die Jugendberufsagentur Bremen und Bremerhaven die Social-Media-Präsenz weiter ausbauen. Ein Zeichen für die Bedeutung, die dem Instagram-Auftritt beigemessen wird: Der Kanal erfreut sich einer wachsenden Followerschaft und Bekanntheit in Bremen und Bremerhaven. "Außerdem erhalten wir über den Kanal auch Anfragen von Jugendlichen. Eine Beratung findet natürlich nicht über Instagram statt – aber für viele Jugendliche ist es direkter und einfacher, uns über Instagram zu kontaktieren als eine E-Mail zu schreiben oder anzurufen. Und wir können sie dann durch unsere Antwort bestärken, in die Jugendberufsagentur zu kommen" erklärt Annika Port und fügt hinzu: "Wenn man so möchte, ist unser Instagram-Kanal dadurch ein bisschen wie ein niedrigschwelliger Zugang. Wir machen uns als Jugendberufsagentur noch ansprechbarer. Nicht nur, weil man uns via Instagram anschreiben kann, sondern auch, weil wir mit unserer Präsenz zeigen 'Hey, wir sehen Dich und wir sehen, dass du hier bist. Deswegen sind wir auch hier.' – diesen Ansatz zu verfolgen, finde ich sehr wichtig und ich freue mich, dass ich mit meiner Arbeit dazu beitragen kann."

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  • 1Vgl. JIM Studie 2022.