Die Zielgruppe aktiv einbeziehen

Kurzinterview mit Matthias Schröter von der Jugendberufsagentur Erzgebirge

25.02.2021

Zwei Dinge waren der Jugendberufsagentur Erzgebirge bei der Entwicklung eines gemeinsamen Logos wichtig: Es sollte die Region widerspiegeln und vor allem sollte es die Zielgruppe, junge Menschen, ansprechen. Deshalb ließ sie ihr Logo nicht durch eine Werbeagentur, sondern in einem Schülerwettbewerb durch Schüler der zehnten Klasse entwerfen. Dahinter steckt die Idee, dass ein Portfolio ansprechender auf die Zielgruppe wirkt, wenn sie daran aktiv beteiligt ist.

Copyright Informationen anzeigenPortaitfoto von Matthias Schröter

Über Matthias Schröter

Matthias Schröter ist als Fachbereichsleiter Ganzheitliche Betreuung im kommunalen Jobcenter des Erzgebirgskreises für die Bereiche Eingliederung und Leistungsgewährung verantwortlich. Zudem moderiert er die gemeinsame "JBA-Arbeitsgruppe" der Kooperationspartnerinnen und -partner, die darauf abzielt, die Transparenz der Prozesse bei der Beratung und Betreuung von Jugendlichen und das Zusammenwirken aller maßgeblichen Akteurinnen und Akteure durch kritische Beleuchtung der Schnittstellen zwischen den Aufgabenfeldern zu optimieren.

Die Jugendlichen konnten sehen und teilweise miterarbeiten, wie aus ihrem Entwurf ein professionelles Logo entstand.

Herr Schröter, das Logo für die Jugendberufsagentur Erzgebirge wurde von Jugendlichen selbst entworfen. Warum war es Ihnen wichtig, dass Jugendliche das Logo entwickeln?

Die Jugendberufsagentur Erzgebirge sitzt nicht physisch unter einem Dach zusammen. Aber wir haben eine gemeinsame Website, mit der wir nach Außen als Jugendberufsagentur auftreten können. Und im Zusammenhang mit der Erarbeitung unserer Website als zentrale Informations- und Anlaufstelle für die Berufswahl war uns allen (JBA-Arbeitsgruppe, Arbeitskreis Web-Auftritt) frühzeitig klar, dass wir auch eine gemeinsame Wort-Bild-Marke, also ein Logo, benötigen. Dieses Logo sollte als wesentlichen Punkt die Jugendlichen ansprechen und mitnehmen sowie unsere Region, das Erzgebirge, widerspiegeln.

Damit lag es auf der Hand, dass Jugendliche, welche mit der Website ja angesprochen werden sollen, auch bei der Entwicklung einer Wort-Bild-Marke ihre Ideen und Vorschläge mit einbringen können. Die Zielgruppe der Jugendberufsagentur sind unsere Jugendlichen, welche wir gemeinsam auf dem Weg von der Schule in den Beruf bis hin zur Verwirklichung ihrer Zukunftspläne betreuen und unterstützen möchten. Diese Zielgruppe muss sich mit dem Portfolio bestmöglich identifizieren können und was liegt da näher, als sie zu beteiligen. 

Wie haben Sie die Jugendlichen zum Mitmachen motiviert?

Gemeinsam mit dem Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) entstand die Idee eines Schülerwettbewerbs, der in der Region ausgeschrieben wurde. Jeder Schulleiter der Oberschulen und Gymnasien im Erzgebirgskreis erhielt per Brief einen Aufruf zur Beteiligung an der Entwicklung eines Logos für die Jugendberufsagentur Erzgebirge. Neben diesem schriftlichen Aufruf erfolgte durch die Berufsberater der Agentur für Arbeit sowie durch das Referat Jugendhilfe eine zusätzliche Thematisierung in den Schulen vor Ort.

Als Anreiz wurde ein Preisgeld für die drei besten Ideen zur Verfügung gestellt.

Welche Vorgaben gab es für die Jugendlichen?

Eine Jury bestehend aus Mitarbeitern der drei Rechtskreise und der LaSuB ermittelte den Siegerentwurf. Den Zuschlag erhielt eine Arbeitsgruppe der zehnten Klassen.

Gemeinsam mit einigen Jugendlichen der Arbeitsgruppe und der Werbeagentur, welche per Ausschreibung für die Bearbeitung unserer Website zuständig ist, erfolgte eine gestalterische und technische Überarbeitung des Entwurfs. Dabei konnten die Jugendlichen vor Ort sehen und teilweise miterarbeiten, wie aus ihrem Entwurf ein professionelles Logo entstand. Veränderungen an dem Grundentwurf wurden während der Bearbeitung aber nicht vorgenommen.

Würden Sie diese Vorgehensweise auch anderen Jugendberufsagenturen empfehlen und, falls ja, warum?

Jede Jugendberufsagentur sollte unter Einbeziehung der Rahmenbedingungen und aller Akteure ihren eigenen Weg suchen und gehen. Die aktive Einbeziehung der Zielgruppe, also der Jugendlichen, die mit unseren Angeboten erreicht werden sollen, halten wir für essentiell. Und auch auf die Zusammenarbeit mit den Schulen hat es sich positiv ausgewirkt, da wir so noch besser auf uns und unsere Angebote aufmerksam machen konnten.

Wichtig bei allen Überlegungen sollte das Ziel der Jugendberufsagentur sein, jedem Jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsenen einen erfolgreichen Übergang zwischen Schule und Beruf zu ermöglichen und zu diesem Zweck die Hilfsangebote der Partner abgestimmt, bedarfsgerecht und systematisch vorzuhalten.

Die aktive Einbeziehung der Jugendlichen halten wir für essentiell.

Über die Jugendberufsagentur Erzgebirge

Unter dem Motto „Wir sagen Dir, wo es lang geht“ bündelt die Jugendberufsagentur Erzgebirge die Kompetenzen der Agentur für Arbeit Annaberg-Buchholz, dem Referat Jugendhilfe und dem Jobcenter, um junge Menschen auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf zu betreuen, zu vermitteln und zu unterstützen. Mit ihrer gemeinsamen Website möchte sie Jugendliche schnell und direkt über alle Unterstützungsmöglichkeiten bei der Berufswahl informieren und mit den zuständigen Beratungsexperten in Kontakt bringen.

Website der Jugendberufsagentur Erzgebirge
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