Jugendberufsagentur im ländlichen Raum am Beispiel des Landkreises Osnabrück

16.03.2026 | Interview mit Kristina Steinhake und Susanne Steininger

Wie kann es gelingen, in einem großen Flächenlandkreis möglichst allen Jugendlichen ein Beratungsangebot zu offerieren, um sie im Bedarfsfall auf dem Übergang von der Schule in den Beruf individuell zu begleiten? Im Landkreis Osnabrück lässt sich nachvollziehen, wie das geht.

Der Landkreis Osnabrück

Der Landkreis exklusive der Stadt Osnabrück

Alle Jugendlichen erreichen - auch im Flächenlandkreis

Viel Fläche – weite Wege: Der Landkreis Osnabrück ist einer der größten Kommunalverbände in Niedersachsen. Er besteht aus 34 Gemeinden, unter ihnen acht Städte. Sitz der Kreisverwaltung ist die nicht zum Kreisgebiet gehörende Stadt Osnabrück. Der Weg von der nördlichsten Region des Kreises bis zur Kreisverwaltung beträgt fast 100 km. Ein sehr weiter Weg für Jugendliche, sofern sie auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. In einer Region dieses Ausmaßes lässt sich keine zentrale Anlaufstelle für Jugendliche etablieren.

Bei der Verbesserung des Übergangsmanagements Schule – Beruf im Landkreis Osnabrück stand außer Frage: Die Unterstützungsangebote mussten dezentral organisiert sein und möglichst alle Jugendlichen erreichen. "Kein junger Mensch soll am Übergang von der Schule in den Beruf verloren gehen." Dieses Motto der Hamburger Jugendberufsagentur, die bereits 2012 gegründet wurde, sollte auch in Osnabrück Leitbild sein.“ 2018 wurde die Kooperationsvereinbarung zur Gründung einer Jugendberufsagentur unterzeichnet. Daran erinnert sich Kristina Steinhake, Leiterin des Handlungsfelds Ausbildungslotsen im Übergangsmanagement Schule – Beruf der MaßArbeit kAöR. Kristina Steinhake und Susanne Steininger, Bereichsleiterin für das Übergangsmanagement bei MaßArbeit kAöR, wurden gemeinsam für diesen Beitrag interviewt.

Optionskommune

Die MaßArbeit kAöR ist als Jobcenter im Landkreis Osnabrück für die Leistungen nach SGB II zuständig (zugelassener kommunaler Träger (Optionskommune)). Darüber hinaus setzt sie im Rahmen der kommunalen Jugendhilfe die Jugendberufshilfe / Jugendsozialarbeit nach § 13 SGB VIII um.

Eine Besonderheit des Kooperationsbündnisses im Landkreis Osnabrück ist die Realisierung der Jugendberufsagentur als "Team Jugendberufsagentur in Schule". Durch die Verankerung einer Anlaufstelle in jeder weiterführenden Schule wird man den Herausforderungen eines Flächenlandkreises bei der Ansprache aller Jugendlichen im Übergang Schule – Beruf gerecht.

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Jugendberufsagentur

Logo der Jugendberufsagentur im Landkreis Osnabrück, einem großen niedersächsischen Kommunalverband

www.jugendberufsagentur-lkos.de/
Leiterin des Handlungsfelds Ausbildungslotsen im Übergangsmanagement Schule – Beruf der MaßArbeit kAöRCopyright Informationen anzeigen

Kristina Steinhake

Leiterin des Handlungsfelds Ausbildungslotsen im Übergangsmanagement Schule – Beruf der MaßArbeit kAöR

Bereichsleiterin für das Übergangsmanagement Schule – Beruf der MaßArbeit kAöRCopyright Informationen anzeigen

Susanne Steininger

Bereichsleiterin für das Übergangsmanagement Schule – Beruf der MaßArbeit kAöR

Logo der MaßArbeit kAöR - das Logo ist angelehnt an das Logo des Landkreises OsnabrückCopyright Informationen anzeigen

MaßArbeit kAöR

Eine Kommunale Anstalt des öffentlichen Rechts (kAöR) ist eine rechtlich selbstständige Form der Kommunalverwaltung

Mathias Selle, Dezernent Landkreis Osnabrück, Christiane Fern, Vorsitzende Geschäftsführung Agentur für Arbeit, Sabine Ostendorf, Vorstand MaßArbeit kAöR, Horst-Dieter Husemann, NDS Landesschulbehörde OsnabrückCopyright Informationen anzeigen

Kooperationsvereinbarung

Vertreten sind: der Landkreis, die Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, die Maßarbeit kAöR und die Landesschulbehörde

Die Teams Jugendberufsagentur in Schule im Landkreis OsnabrückCopyright Informationen anzeigen

Regionaltreffen

der Teams Jugendberufsagentur in Schule im Landkreis Osnabrück

Das Team Jugendberufsagentur in Schule

Freiwillige Beratung für schulpflichtige Jugendliche

Wo sind Jugendliche unter 18 Jahren in der Regel zu erreichen? In der Schule! Im Landkreis Osnabrück gibt es an allen 42 weiterführenden Schulen ein Team Jugendberufsagentur in Schule. Dieses Team besteht aus einem Ausbildungslotsen, der das SGB II und SGB VIII vertritt, einer Beratungsfachkraft der Arbeitsagentur Osnabrück (SGB III) und den Schulsozialarbeiterinnen und -arbeitern beziehungsweise Berufsorientierungsbeauftragten der Schulen.

Die folgende Datei zeigt die Aufteilung der Gebiete mit ihren Schulen unter den Ausbildungslotsen.
Die Datei ist nicht barrierefrei.

Die Berufsberaterinnen und -berater der Arbeitsagentur Osnabrück sind zuständig für die Berufsorientierung, Berufsberatung und Ausbildungsvermittlung und haben jede Schülerin und jeden Schüler im Blick. Dieses Angebot wird durch die sozialpädagogische Beratung der Ausbildungslotsen ergänzt und kann von allen Jugendlichen freiwillig in Anspruch genommen werden. Dabei legen die Ausbildungslotsen viel Wert auf sozialpädagogische Methodik und Didaktik, wie auch auf einen offenen Zugang. Die jungen Menschen werden in ihrem schulischen wie auch privaten Bezugsrahmen wahrgenommen und erhalten eine individuelle Unterstützung, die auch außerhalb der Schule liegen kann. Die jungen Menschen im SGB-II-Leistungsbezug in der Schule werden von den Ausbildungslotsen gezielt angesprochen, so dass jeder junge Mensch im SGB-II-Leistungsbezug ab dem 15. Lebensjahr zusätzlich und in Absprache mit der Berufsberatung ein Beratungsangebot erhält.

Nicht ohne Grund haben wir seit Jahren eine Jugendarbeitslosenquote im SGB II, die in der Regel unter einem Prozent liegt!

Für junge Menschen im Leistungsbezug nach SGB II sieht die Unterstützung nicht anders aus als bei anderen jungen Menschen. Der Aspekt der Freiwilligkeit ist auch hier wichtig. (Anmerkung: Wenn Jugendliche nach Ende der Schulpflicht im SGB-II-Leistungsbezug sind, gibt es eine Pflicht zur Beratung durch das Jobcenter. Dadurch erhält die Beratung eine andere Qualität.) Ziel ist es, die jungen Menschen durch Vermittlung in Ausbildung aus dem SGB-II-Leistungsbezug zu holen. "Die jungen Menschen so früh wie möglich in die Ausbildung zu vermitteln, hat sich aus unserer Sicht absolut bewährt. Nicht ohne Grund haben wir seit Jahren eine Jugendarbeitslosenquote im SGB II, die in der Regel unter einem Prozent liegt", so Steinhake.

Förderung

Die Ausbildungslotsen werden unter anderem vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Das Team Jugendberufsagentur in Schule bleibt mit drei Personen übersichtlich. Ausbildungslotse und Berufsberater/-in haben im besten Fall ein festes Beratungsbüro, ansonsten einen von der Verfügbarkeit in der Schule abhängigen Raum. Die Schulsozialarbeiter/-innen stellen die Verbindung zu den Schülerinnen und Schülern her und kümmern sich um Terminvereinbarungen in enger Abstimmung mit den Beratungsfachkräften der Arbeitsagentur und den Ausbildungslotsen. In den meisten Schulen gibt es wöchentliche Sprechstunden, manchmal gemeinsam mit den Berufsberater/-innen oder auch parallel, da unterschiedliche Themen bearbeitet werden müssen. Die Koordination übernehmen in der Regel die Schulvertreter/-innen im jeweiligen Team der Jugendberufsagenturen. Grundlage für alle Teams in den unterschiedlichen Schulformen ist der regelmäßige Austausch untereinander. Viele Beratungen durch das Team Jugendberufsagentur kommen auch auf Initiative einzelner Lehrkräfte zustande. In den Schulen gibt es gemeinsame Gruppenangebote für die Schülerinnen und Schüler. Dazu gehören die Berufsorientierungsveranstaltungen der Beratungsfachkräfte der Arbeitsagentur und interaktive Seminare zum Zeitplan bis zum Start der Ausbildung (Wann muss was in Angriff genommen werden?), Bewerbungstrainings in kleinen Gruppen oder Seminare zum Start der Ausbildung durch die Ausbildungslotsen.

Die Tatsache, dass im Landkreis Osnabrück die Zuständigkeit für das Handeln im Rahmen von SGB II und SGB VIII bei der MaßArbeit im Team der Ausbildungslotsen gebündelt wird, war und ist von erheblicher Bedeutung für das Gelingen der Teams Jugendberufsagentur in Schule im Landkreis Osnabrück, da die Schnittstelle zwischen SGB II und SGB VIII bei der MaßArbeit in einer Hand liegt. Im Rahmen der Teams Jugendberufsagentur in Schule verkörpern die Ausbildungslotsen die Zuständigkeit für die beiden Rechtskreise SGB II und SGB VIII in Personalunion.

Unterstützung junger Menschen nach der Berufsschulpflicht

Ziel der Teams Jugendberufsagentur ist es, niemanden aus dem Blick zu verlieren. Wenn junge Menschen die Berufsschulpflicht erfüllt haben und ohne Angebot die berufsbildende Schule verlassen oder wenn sie eine Ausbildung abbrechen, so bringt das die Gefahr mit sich, dass sie "verloren gehen". Um dieses zu verhindern, gibt es mit allen berufsbildenden Schulen, den Kammern und den Teams Jugendberufsagentur die Vereinbarung, dass niemand die berufsbildenden Schulen ohne ein Anschlussangebot durch die Jugendberufsagentur verlässt und kein junger Mensch die Ausbildung abbricht ohne ein Beratungsgespräch durch das Team Jugendberufsagentur.

Außerhalb von Schule und zusätzlich zu den Teams Jugendberufsagentur bieten die Ausbildungslotsen Sprechstunden für Jugendliche bis einschließlich 27 Jahre in Jugendtreffs, bei den jungen Menschen zu Hause oder an anderen Orten an. Ausschlaggebend ist in der Regel, welchen Ort der junge Mensch gut erreichen kann oder wo es ein gutes Beratungssetting gibt. Die Kontaktaufnahme erfolgt oftmals aufgrund von Mund-zu-Mund-Propaganda und läuft dann digital über Social Media oder die Webseite der Ausbildungsregion Osnabrück.

"Das Beratungsangebot durch die Ausbildungslotsen ist immer freiwillig", betont Steinhake. Wenn es, beispielsweise der aufsuchenden Jugendarbeit in den Kommunen vor Ort (zum Beispiel im Rahmen von Maßnahmen nach SGB II §16 h, die durch die MaßArbeit an freie Träger vergeben und finanziert wird) gelingt, junge Erwachsene ohne Ausbildung oder Beschäftigung zu einem Beratungsgespräch zu motivieren, stehen die Ausbildungslotsen als Ansprechpartner bereit. In den meisten Fällen gibt es dann eine "warme Übergabe".

Sollte der berufsorientierende Beratungsprozess nach Ende der Schulzeit noch nicht beendet sein, finden Beratungen durch die Beratungsfachkräfte der Arbeitsagentur Osnabrück in den Räumlichkeiten der drei Geschäftsstellen Melle, Bersenbrück oder Georgsmarienhütte oder aber in der Hauptagentur Osnabrück statt. Alternative Beratungsformen, zum Beispiel per Video sind möglich und werden zunehmend genutzt.

Wenn es einen Beratungsbedarf im Sinne des Rechtskreises SGB II oder SGB VIII gibt, werden die Ausbildungslotsen kontaktiert. Umgekehrt nehmen die Ausbildungslotsen Kontakt mit der Agentur für Arbeit auf, wenn es um Berufsberatung im Sinne des SGB III geht. Zum Abbau von Hemmschwellen trägt bei, dass die jungen Menschen nach Jahren der Tätigkeit der Teams Jugendberufsagentur in Schule die Beraterinnen und Berater schon kennen.

Der Rahmen: Organisation durch Kooperationsvereinbarung und Steuerungskreis

Datenschutz

Zu Beginn der Beratungstätigkeit der Teams Jugendberufsagentur in Schule, wird von der Schule eine Einverständniserklärung der Eltern eingeholt, damit eine Zusammenarbeit der Rechtskreise abgesichert ist. Dafür gibt es einen gemeinsam entwickelten und in den Häusern abgestimmten Vordruck, der regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst wird. Dieser wird verbindlich von allen Teams JBA in Schule genutzt. Der Austausch unter den Beteiligten erfolgt in Präsenz, telefonisch oder anlassbezogen per E-Mail. Es gibt bisher keine gemeinsame Plattform, auf die die Kooperationspartner gemeinsam zugreifen können. Ob hier manchmal eine Info zwischen Tür und Angel verloren geht? Das sei unerheblich, bemerkt Frau Steinhake, "denn wir reden vor Ort miteinander." Die Zusammenarbeit in den Teams sei vertrauensbasiert und sehr gefestigt. Es gibt eine gemeinsame Beratungsdokumentation in der Schule, die sich im Wesentlichen auf die Fakten beschränkt und vor allem eine Transparenz herstellt, wann welche Person ein Beratungsgespräch geführt hat. Auch hier hat es eine gemeinsame Arbeitsgruppe gegeben, die einen Vordruck für alle Teams entwickelt hat.

www.ausbildungsregion-osnabrueck.de/thema/jugendberufsagentur-landkreis-osnabrueck

Die Ausbildungslotsen und die Berufsberaterinnen haben einen mobilen Arbeitsplatz, um auch in der Schule auf die jeweils eigenen Datenbanken zurückgreifen zu können. Die Falldokumentation erledigt dann jeder Rechtskreis für sich.

Einmal jährlich finden Treffen aller "Teams Jugendberufsagentur in Schule" statt. Der Steuerungskreis, der aus der Leitungsebene der beteiligten Institutionen besteht, organisiert diese Treffen. Es geht dabei um die Reflexion der geleisteten Arbeit und der entstandenen Strukturen, aber auch um inhaltliche Fragen zur Beratung der verschiedenen Zielgruppen. Die Treffen dienen dem Austausch untereinander, dem Lernen voneinander und der Wissensvermittlung durch eingeladene Fachreferenten.

Der Steuerungskreis hat 2018 auch die Kooperationsvereinbarung mit den rechtlichen und strukturellen Grundlagen zur Umsetzung der Teams JBA in Schule erarbeitet. Er trifft sich viermal im Jahr.

Neben der übergeordneten Kooperationsvereinbarungen gibt es noch Vereinbarungen (so genannte Absichtserklärungen), die in jeder Schule von Schulleitung, Elternvertretung, Schülervertretung, Ausbildungslotsen und Berufsberatung unterzeichnet werden. Diese Absichtserklärungen werden jährlich fortgeschrieben.

Das Übergangsmanagement Schule - Beruf im Landkreis Osnabrück

Drei Säulen

Das Übergangsmanagement Schule – Beruf bei der MaßArbeit besteht aus drei Säulen. Neben den Ausbildungslotsen gibt es noch die Fachberatung Schulabsentismus sowie die Servicestelle Schule-Wirtschaft.

Fachberatung Schulabsentismus

Ein wichtiger Part des Übergangsmanagements Schule – Beruf im Landkreis Osnabrück ist die Fachberatung Schulabsentismus. Die Fachberatung unterstützt Schulen, Eltern und die jungen Menschen durch eine intensive sozialpädagogische Beratung und aufsuchende Arbeit. Die Ausbildungslotsen arbeiten eng mit der Fachberatung zusammen, wenn ein Jugendlicher über einen längeren Zeitraum der Schule fernbleibt. Umgekehrt kann die Fachberatung Schulabsentismus das zuständige Team JBA ins Boot holen, wenn es darum geht, einen schulabsenten Jugendlichen wieder in die Schule und in Ausbildung zu integrieren. Neben der engen Zusammenarbeit mit den Ausbildungslotsen und der Fachberatung Schulabsentismus haben die Schulen die Möglichkeit über ein internetgestütztes Meldesystem die Schulpflichtverletzung bei der zuständigen Meldestelle und der Fachberatung Schulabsentismus zu melden. Zudem gibt es einen pädagogischen Leitfaden für die Schulen zum Umgang mit schulabsenten Schülerinnen und Schülern. Die Angebote der Fachberatung werden durch die Ausbildungslotsen auch in die Teams Jugendberufsagentur in Schule eingebunden.

"Ziel ist es, den Schulabbruch zu verhindern, die Jugendlichen wieder in den Schulbetrieb zu integrieren und/oder sie in außerschulische Angebote zu vermitteln, um die Schulpflicht zu erfüllen. Die Beratung ist freiwillig, unbürokratisch und zielt auf eine frühzeitige, neutrale Unterstützung, um gemeinsame Lösungsmöglichkeiten zu finden," so Steininger.

Servicestelle Schule-Wirtschaft

Die Servicestelle Schule-Wirtschaft als eine Säule des Übergangmanagements Schule – Beruf bei der MaßArbeit unterstützt die Zusammenarbeit von Schulen mit Unternehmen im Landkreis Osnabrück. Sie organisiert Ausbildungsmessen und Berufsorientierungsveranstaltungen sowie regelmäßige regionale Netzwerktreffen. Ziel ist es, dass die Unternehmen möglichst frühzeitig ihre zukünftigen Auszubildenden in den Schulen kennen lernen und nach dem Abschluss der Schule in ihr Unternehmen übernehmen.

Ein Vorteil ist die gute Vernetzung zwischen der Servicestelle Schule – Wirtschaft und den Ausbildungslotsen. Viele Unternehmen kennen die Servicestelle von den Veranstaltungen und melden sich, wenn es Schwierigkeiten mit einem Azubi gibt. Die Servicestelle kann dann unbürokratisch die Ausbildungslotsen einbinden, um einen Abbruch zu vermeiden. Bei Problemen im Schulalltag hilft das Instrument der Assistierten Ausbildung, das von den Rechtskreisen SGB II und SGB III angeboten und finanziert wird. Abbruchgefährdete Auszubildende werden an die Verantwortlichen des jeweiligen Rechtskreises vermittelt.

Rückblick und Ausblick

In den Anfängen der Jugendberufsagentur im Landkreis Osnabrück gab es 35 Schulteams an Haupt-, Real-, Ober- und Gesamtschulen. Die Gymnasien und Berufsbildenden Schulen kamen 2019 dazu. Heute verfügen alle weiterführenden Schulen im Landkreis Osnabrück über ein Team Jugendberufsagentur in Schule. Bedarf gibt es noch bei der Beratung der Schülerinnen und Schüler in den Förderschulen. Das sei eine aktuelle Aufgabe, an der man arbeite, erläutert Kristina Steinhake. Hier komme als weiterer Kooperationspartner die Reha-Beratung der Agentur für Arbeit mit ins Boot, die bereits jetzt schon sehr eng mit den Förderschulen kooperiert.

Der Weg bis zur konkreten Zusammenarbeit ist nicht immer leicht gewesen.

Der Weg bis zur konkreten Zusammenarbeit sei nicht immer leicht gewesen, erzählt Susanne Steininger. Erst nach und nach ließen sich alle Beteiligten von den Vorteilen der gebündelten und koordinierten Arbeit überzeugen, die über die Berufsberatung und die Schulsozialarbeit hinausgeht und individuelle Unterstützung bei der beruflichen und sozialen Teilhabe bietet. Langsam setzte sich die Idee der Teams Jugendberufsagentur in Schule als gewinnbringende und entlastende Möglichkeit durch. Heute blicken insbesondere die Schulen mit Anerkennung auf die strukturell verankerte Zusammenarbeit mit dem kommunalen Träger MaßArbeit und der Agentur für Arbeit.