Das Selbstbewertungsverfahren für Jugendberufsagenturen

Der Prozess der Selbstbewertung Schritt für Schritt erklärt

Das Verfahren der Selbstbewertung hilft Jugendberufsagenturen bei der qualitativen Weiterentwicklung der rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit. Der Selbstbewertungsprozess reicht von der Durchführung einer Standortanalyse, über die Identifikation von Entwicklungspotenzialen bis hin zur Verabredung von konkreten Maßnahmen. Das Selbstbewertungsverfahren wurde durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Bundesagentur für Arbeit, den Deutschen Landkreistag und den Deutschen Städtetag entwickelt. Es steht seit 2019 bundesweit zur Verfügung.

Gute Gründe für die Selbstbewertung

Copyright Informationen anzeigenStift liegt auf einem Fragebogen mit Checkboxen

Die Vielgestaltigkeit der Koordinations- und Schnittstellenarbeit in Jugendberufsagenturen ist groß. So reicht das Spektrum der Umsetzungsformen von Initiativen zur Verbesserung der Zusammenarbeit der Fachkräfte bis hin zur Neuorganisation der Ansprech-, Beratungs- und Dienstleistungsangebote in einem Stadtbezirk oder einem Landkreis.

Die Selbstbewertung für Jugendberufsagenturen stärkt diese dezentrale Ausgestaltungsvielfalt und –verantwortung: Bestehende Ansätze können sich fortentwickeln und praxisgerechte Formen der Zusammenarbeit werden gefördert. Mit der Selbstbewertung können die Kooperationspartnerinnen und -partner einer Jugendberufsagentur feststellen, wo sie bereits gut aufgestellt sind und wo sie Entwicklungsperspektiven sehen. Neben Agentur für Arbeit, Jobcenter und Träger der Jugendhilfe können weitere Akteure, beispielsweise das Schulamt, an der Selbstbewertung teilnehmen, sofern sie die strategische Ausrichtung der Jugendberufsagentur mitbestimmen. Das Selbstbewertungsverfahren richtet sich primär an die Mitglieder der Geschäftsführungen, Amtsleiterinnen und Amtsleiter, Sozialdezernentinnen und Sozialdezernenten. Zur Beantwortung der Fragen ist es aber empfehlenswert, auch die Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem operativen Geschäft einzubeziehen.

Copyright Informationen anzeigenEine Menschengruppe steht im Kreis und spannt ein Fadennetz zwischen sich.
Alle Fäden in der Hand: Die Träger entscheiden selbst, ob und wie sie ihre Zusammenarbeit selbstbewerten.

Selbstbewertung in eigener Verantwortung

Die Träger einer Jugendberufsagentur bestimmen selbst, ob und auf welche Weise sie das Verfahren der Selbstbewertung durchführen möchten. Auch die Ergebnisse der Selbstbewertung sind ihnen allein zugänglich. Sie entscheiden eigenständig über Verbesserungspotenziale und mögliche Umsetzungsschritte. Je nach Lage vor Ort können das beispielsweise Initiativen zur Stärkung der Netzwerke, zur Optimierung des Kundenzugangs oder zum Leistungsangebot sein.

Auf einen Blick: Die Vorteile der Selbstbewertung

Es gibt mehrere Gründe, die dafür sprechen, dass Jugendberufsagenturen ihre Strukturen und Arbeitsprozesse näher betrachten. Das kann eine Selbstbewertung Jugendberufsagenturen ermöglichen:

  • Eine Standortbestimmung in einfacher, kompakter und übersichtlicher Form vorzunehmen.
  • Die Kooperation zu reflektieren und ein gemeinsames Verständnis von der Qualität der gemeinsamen Arbeit zu entwickeln.
  • Gemeinsam Stärken und Entwicklungsfelder des lokalen Konzepts zu ermitteln.
  • Das Beratungs- und Dienstleistungsangebot als abgestimmtes Ganzes für eine Stadt oder einen Landkreis im Sinne der jungen Menschen weiterzuentwickeln.
  • Jugendberufsagenturen als "DIE" Anlaufstelle für junge Menschen am Übergang Schule – Beruf zu etablieren.

Informationsbroschüre zum Verfahren

Die Broschüre "Entwicklungsperspektiven in Jugendberufsagenturen erkennen und umsetzen" enthält umfangreiche Informationen zur Durchführung der Selbstbewertung.

Entwicklungsperspektiven in Jugendberufsagenturen erkennen und umsetzen (PDF) (3344 KB)

Die Handlungsfelder der Selbstbewertung

Copyright Informationen anzeigenDie Handlungsfelder und Teilaspekte der Selbstbewertung

Im Mittelpunkt der Selbstbewertung stehen Fragen zur Strategie und Ausrichtung der Jugendberufsagentur. Die Fragen gliedern sich in sechs fachliche Handlungsfelder, denen jeweils weitere Handlungs-Teilaspekte zugeordnet sind. Je nach Handlungsfeld kann die Anzahl dieser Teilaspekte variieren – und die daraus resultierenden Ansätze auch. Die Handlungsfelder verteilen sich zudem auf die Leitfragen "Wer und wozu?", "Was?" und "Wie?". Beispielsweise gehört der Teilaspekt "Zielgruppenanalyse" thematisch zu dem Handlungsfeld "Strategie und Planung" und behandelt die Ansätze, auf welche Zielgruppe die jeweilige Jugendberufsagentur ausgerichtet ist und wie die Bedarfe der jungen Menschen ermittelt werden. Damit passt dieser Teilaspekt zu der Leitfrage "Wer und wozu".

Der thematische Aufbau der Selbstbewertung

Copyright Informationen anzeigenHandlungsfeld 1
Handlungsfeld 1

Strategie und Planung

Teilaspekte:
Zielgruppenanalyse und
Kooperation

Die Leitfragen dieses Handlungsfeldes lauten: Wer ist die primäre Zielgruppe der jeweiligen Jugendberufsagentur und wo liegen die Bedarfe dieser Zielgruppe? Außerdem wird die Gestaltung der gemeinsamen Zusammenarbeit untersucht.

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Handlungsfeld 2

Unterstützungsangebot

Teilaspekt:
Leistungsangebot
der Kooperation

Hier stellt sich die Frage, wie eine bedarfsgerechte und passgenaue Unterbreitung des Leistungsangebots sichergestellt wird. Welche Zugangswege zur Jugendberufsagentur sind für eine rechtzeitige Begleitung am Übergang Schule – Beruf sinnvoll?

Copyright Informationen anzeigenHandlungsfeld 3
Handlungsfeld 3

Netzwerkmanagement

Teilaspekte:
Netzwerkaufbau und
Netzwerkgestaltung

Dieses Handlungsfeld fragt danach, was wichtige Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Netzwerkgestaltung sind: Wie sieht eine gute Zusammenarbeit aus? Und mit welchen weiteren relevanten Partnern wird im Netzwerk zusammengearbeitet?

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Handlungsfeld 4

Kundenschnittstelle

Teilaspekte:
Prozesssteuerung und
Fallbearbeitung

In diesem Handlungsfeld finden sich Fragen zur zielgerichteten Kunden- und Anliegensteuerung. Wie können Beratungs- und Förderleistungen abgestimmt und anschlussfähig erbracht werden?

Copyright Informationen anzeigenHandlungsfeld 5
Handlungsfeld 5

Kompetenz und Wissen

Teilaspekte:
Mitarbeiterkompetenz und
Wissensmanagement

Hier geht es um die Fragen, wie datenschutzrechtliche Bestimmungen in der Jugendberufsagentur angewendet werden und wie die Kompetenzentwicklung bei den Fach- und Führungskräften gefördert wird.

Copyright Informationen anzeigenHandlungsfeld 6
Handlungsfeld 6

Externer Auftritt

Teilaspekte:
Physische Ausgestaltung und
Externe Kommunikation

Die Leitfragen lauten: Wie wird eine gute Erreichbarkeit für die Zielgruppe der Jugendberufsagentur sichergestellt? Wie wird die Jugendberufsagentur und ihr Angebot öffentlichkeitswirksam gestaltet?

Im Mittelpunkt der Selbstbewertung stehen Fragen zur Strategie und Ausrichtung der Jugendberufsagentur.

Auf einen Blick: Vorbereitende Schritte der Selbstbewertung

Auf einen Blick: Vorbereitende Schritte der Selbstbewertung

Copyright Informationen anzeigenIcon einer Menschengruppe im Gespräch
Schritt 1

Auswahl Koordinatorenrolle

Die Kooperationspartnerinnen und -partner einigen sich für die Durchführung des Selbstbewertungsprozesses auf eine Koordinatorin oder einen Koordinator für die gesamte Jugendberufsagentur. Jede Institution bestimmt zudem eine eigene Ansprechperson, zum Beispiel zum Ausfüllen des Fragebogens.

Copyright Informationen anzeigenIcon eines Laptops und Icon einer Papierseite
Schritt 2

Digital oder analog?

Die Vorgehensweise des Selbstbewertungsverfahrens variiert je nachdem, ob die Selbstbewertung analog oder digital durchgeführt wird. Eine Einigung der Beteiligten im Vorfeld auf eine einheitliche Variante vermeidet Verzögerungen im späteren Verlauf.

Copyright Informationen anzeigenIcon eines Fragebogens, der mit einem Schloss gesichert ist
Schritt 3

Zugriff auf die Fragebögen

Die Koordinatorin oder der Koordinator ermöglicht allen Partnerinnen und Partnern den Zugang zu den Fragebögen, damit diese an der Selbstbewertung teilnehmen können. Der Zugang erfolgt für die Kooperationspartnerinnen und -partner entweder in Papierform oder digital.

Auswahl der Koordinatorenrolle

Zur Vorbereitung des Selbstbewertungsverfahrens legen die Kooperationspartnerinnen und -partner der Jugendberufsagentur folgende Verantwortlichkeiten fest:

  • Für die Jugendberufsagentur
    Eine Koordinatorin oder einen Koordinator. Also eine Person, die für den Prozess der Selbstbewertung die koordinierende Rolle übernimmt. Sie stößt den Prozess an, begleitet ihn und schließt ihn ab.
  • Für jede kooperierende Institution
    Eine Person, die für die Koordinatorin beziehungsweise den Koordinator als Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner agiert und beispielsweise das Ausfüllen des Fragebogens für die eigene Institution übernimmt.

Um ressourcenschonend und überschneidungsfrei zu arbeiten, sollte es pro Jugendberufsagentur nur eine Koordinatorin beziehungsweise einen Koordinator für den Prozess der Selbstbewertung geben.

Unterstützung beim Einstieg in die Selbstbewertung

Es empfiehlt sich als Einstieg in die Selbstbewertung, eine Auftakt- oder Informationsveranstaltung für alle Kooperationspartnerinnen und -partner durchzuführen. In dieser werden alle Beteiligten informiert, welche Hintergründe und Ziele mit der Selbstbewertung verbunden sind, wie der Prozess der Selbstbewertung abläuft und welche Aufgaben die einzelnen Partnerinnen und Partner des Kooperationsbündnisses haben. Damit ist sichergestellt, dass alle über denselben Wissensstand verfügen.

Zur Unterstützung steht die Präsentation für die Informationsveranstaltung "Selbstbewertung für Jugendberufsagenturen: Weiterentwicklung gemeinsam gestalten" zur Verfügung.

Präsentation für die Informationsveranstaltung (PDF) (1103 KB)

Zwei mögliche Wege: Selbstbewertung digital oder analog

Im Vorfeld des Verfahrens ist es wichtig zu klären auf welchem Weg die Selbstbewertung durchgeführt werden soll: In klassischer Papierform, mit gedruckten Fragebögen, oder als digital gestützte Variante.

Jugendberufsagenturen, die eine Selbstbewertung auf analogem Weg durchführen möchten, können die Selbstbewertung mit gedruckten Fragebögen über den Postweg durchführen. Die Vorteile der Selbstbewertung in Papierform sind:

  • Niedrigschwellige Bearbeitung sowie einfache Verteilung der Fragebögen über den Postweg oder als Scan (Downloadmöglichkeit der Druckvorlage im weiteren Verlauf des Artikels).

  • Digitale Unterstützung der Auswertung möglich. Ergebnisse der Papierfragebögen können händisch in eine digitale Auswertungsmatrix übertragen werden.

Jugendberufsagenturen, die sich für die Durchführung der Selbstbewertung in digitaler Form entscheiden, können die Beantwortung und Auswertung der Fragebögen mittels eines IT-Tools durchführen. Dieses basiert auf Microsoft Excel und bietet bei der Selbstbewertung folgende Vorteile:

  • Visualisierung des IST-Stands der Jugendberufsagentur und der Zielvorstellung der kooperierenden Akteure
  • Unterstützung bei der Zusammenführung und Auswertung der Einzelbewertungen aus den Institutionen
  • Reduktion der Fehlerwahrscheinlichkeit bei der Übertragung und Zusammenfassung der einzelnen Fragebögen
  • Einfache Übertragungsmöglichkeit der Ergebnisse in eine Microsoft PowerPoint-Präsentation als Grundlage für den fachlichen Austausch

Zugriff auf die Fragebögen

Damit der Ablauf der Selbstbewertung reibungslos verläuft, benötigen alle Kooperationspartnerinnen und -partner, die an der Selbstbewertung beteiligt sind, im Vorfeld Zugang zu den Fragebögen. Die Vorgehensweise dafür unterscheidet sich je nachdem, ob die Selbstbewertung in digitaler oder in Papierform durchgeführt wird.

Zugang zu den Fragen in Papierform

Jede Kooperationspartnerin und jeder Kooperationspartner erhält einen Fragebogen und die dazugehörigen Erläuterungen zum Fragebogen.

Zugang zu den Fragen im digitalen Selbstbewertungs-Tool

Zur Beantwortung und Auswertung der Fragebögen wurde ein IT-Tool entwickelt, auf das alle Kooperationspartnerinnen und -partner der Jugendberufsagentur zugreifen können. Die Koordinatorin oder der Koordinator für das Selbstbewertungsverfahren kann mit dem IT-Tool den Fragebogen erstellen und den Kooperationspartnerinnen und -partnern zusenden. Die Fragebögen können dann in den einzelnen Institutionen beantwortet werden und digital an die Koordinatorin oder den Koordinator zurückgeschickt werden. Zudem ermöglicht das IT-Tool die Generierung einer gemeinsamen Auswertung der Fragebögen.

Das IT-Tool zur Selbstbewertung basiert auf Microsoft Excel – kann also in jeder IT-Umgebung eingesetzt werden, die Microsoft Excel nutzt. Die Bereitstellung des IT-Tools unterscheidet sich jedoch zwischen Nutzerinnen und Nutzern in Agenturen für Arbeit und gemeinsamen Einrichtungen und Nutzerinnen und Nutzern in den Kommunen und Schulen.

Zugang zum IT-Tool für Koordinatorinnen und Koordinatoren aus Agenturen für Arbeit und gemeinsamen Einrichtungen

Die Bundesagentur für Arbeit verfügt über ein bundesweit einheitliches IT-Netzwerk und stellt ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das IT-Tool "Selbstbewertung für Jugendberufsagenturen" zentral über diese Infrastruktur zur Verfügung. Hierfür ist die Einrichtung der entsprechenden Rollen ("Koordinator" oder "Träger") über den BA-internen IM-Webshop notwendig.

Die Koordinatorin oder der Koordinator generiert die Fragebögen mit Hilfe des IT-Tools für die einzelnen Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner. Anschließend können die Fragebögen per E-Mail an die Teilnehmenden der Selbstbewertung versendet werden.

Ausführliche Informationen zur Beantragung des Zugangs und zur technischen Umsetzung können dem "Leitfaden für Koordinatorinnen und Koordinatoren der Bundesagentur für Arbeit" entnommen werden.

Zugang zum IT-Tool für Koordinatorinnen und Koordinatoren von zugelassenen kommunalen Trägern, Jugendämtern und Schulen

Kommunen und Schulen verfügen über eine individuelle IT-Infrastruktur. Damit zugelassene kommunale Träger, Jugendämter und gegebenenfalls Schulen das IT-Tool für die Selbstbewertung herunterladen können, kann das IT-Tool in Form eines Add-Ins installiert werden, also einer Erweiterung für Microsoft Excel, die weitere Funktionen einbringt. So kann es in jeder IT-Infrastruktur installiert werden.

Die Koordinatorin oder der Koordinator generiert die Fragebögen mit Hilfe des IT-Tools für die einzelnen Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner. Anschließend können die Fragebögen per E-Mail an die Teilnehmenden der Selbstbewertung versendet werden.

Die einzelnen Schritte der Installation und der Handhabung des IT-Tools werden im technischen "Leitfaden für Koordinatorinnen und Koordinatoren in Kommunen und Schulen" detailliert beschrieben.

Download des IT-Tools

Sie können das IT-Tool "Selbstbewertung für Jugendberufsagenturen" hier als ZIP-Ordner herunterladen. Der ZIP-Ordner umfasst das bereits thematisierte Excel-Add-In und einige Systemdateien, die damit korrespondieren. Bitte beachten Sie, dass es sich um die gleiche Datei handelt, auf die im technischen "Leitfaden für Koordinatorinnen und Koordinatoren in Kommunen und Schulen" in Kapitel 3.2 Bezug genommen wird.

Selbstbewertungstool für Jugendberufsagenturen (ZIP-Datei) (3649 KB)

Auf einen Blick: Der Selbstbewertungsprozess in vier Schritten

Auf einen Blick: Der Selbstbewertungsprozess in vier Schritten

Copyright Informationen anzeigenIcon eines ausgefüllten Fragebogens
Schritt 1

Abstimmung und Ausfüllen des Fragebogens

Zunächst steht das Ausfüllen des Fragebogens an. Jede Kooperationspartnerin und jeder Kooperationspartner beantwortet nach vorheriger Abstimmung innerhalb der eigenen Institution die Fragen. Ziel ist es, eine allgemeine Einschätzung zur aktuellen Umsetzung sowie zu möglichen Entwicklungsperspektiven abzubilden.

Copyright Informationen anzeigenIcon einer Lupe und eines Fragebogens
Schritt 2

Auswertung der Antworten aus den Institutionen

Sobald die Antworten aller kooperierenden Institutionen vorliegen, wird die Auswertung per IT-Tool oder händisch vorgenommen. Ziel ist es, einen vergleichenden Überblick über die abgegebenen Bewertungen aller Kooperationspartnerinnen und -partner zum Ist-Stand und zu den Entwicklungsperspektiven zu erhalten.

Copyright Informationen anzeigenIcon von zwei Personen im Gespräch und Darstellung eines Prozessablaufs
Schritt 3

Fachlicher Austausch und gemeinsame Planung

Die Auswertung bietet eine wesentliche Grundlage für den nun folgenden trägerübergreifenden fachlichen Austausch. Dieser zielt darauf ab ein gemeinsames Verständnis von den fachlichen Qualitätskriterien der Kooperation herbeizuführen und sich über den Weiterentwicklungsprozess zu verständigen.

Copyright Informationen anzeigenIcon von Glühbirne und Zahnrädern
Schritt 4

Umsetzung der geplanten Maßnahmen

Im Anschluss an den Selbstbewertungsprozess erfolgt die Umsetzung der verabredeten Maßnahmen. Alle Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner sollten die Umsetzung der Maßnahmen im Austausch miteinander regelmäßig überprüfen und weiterentwickeln.

Beantwortung der Fragebögen

Es empfiehlt sich, dass ein Fragebogen pro Institution ausgefüllt wird. Denn durch eine zunächst nach Kooperationspartnerinnen und -partnern getrennte Bewertung können am besten Übereinstimmungen und Unterschiede in der Wahrnehmung des bereits Erreichten sowie der Entwicklungspotenziale erkannt werden.

Die Partnerinnen und Partner geben eine in ihrer Institution abgestimmte Einschätzung sowohl zum Stand der Umsetzung als auch zu möglichen Entwicklungsperspektiven ab. Für einzelne fachliche Themenbereiche kann es sinnvoll sein, die Fragestellungen in einem erweiterten Kreis zu diskutieren. So kann die Einbindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem operativen Bereich zu einer Perspektiverweiterung und im weiteren Verlauf zu einer erhöhten Akzeptanz der Ergebnisse beitragen. Die Vorgehensweise zur Beantwortung der Fragebögen unterscheidet sich je nachdem, ob eine Selbstbewertung in Papierform oder digital, mittels des IT-Tools, erfolgt.

Beantwortung der Fragebögen in Papierform

Die Ansprechpersonen in den einzelnen Institutionen füllen den gedruckten Fragebogen aus, sobald Sie sich intern abgestimmt und auf eine Meinung geeinigt haben. Anschließend übersendet die Ansprechperson den Fragebogen per Post oder als eingescanntes Dokument per E-Mail an die Koordinatorin oder den Koordinator für das Selbstbewertungsverfahren.

Beantwortung der Fragebögen in digitaler Form

Jede Kooperationspartnerin und jeder Kooperationspartner erhält den Fragebogen als Excel-Datei per E-Mail von der Koordinatorin oder von dem Koordinator des Selbstbewertungsverfahrens. Bevor in den einzelnen Institutionen mit der Beantwortung der Fragebögen begonnen werden kann, muss zunächst das Add-In heruntergeladen werden. Für die Installation und die korrekte Handhabung der Fragebögen liefern folgende Leitfäden detaillierte Anweisungen:

Download des Add-Ins für Träger in Kommunen und Schulen

Träger in Kommunen und Schulen müssen für die Beantwortung der Fragebögen, nicht das gesamte IT-Tool (ZIP-Datei) installieren. Hierfür reicht die Installation des Add-Ins. Sie können das Add-In für die Beantwortung der Fragebögen hier herunterladen. Bitte beachten Sie, dass es sich dabei um die gleiche Datei handelt, auf die im "Leitfaden für Träger in Kommunen und Schulen" in Kapitel 3 Bezug genommen wird.

Add-In für die Selbstbewertung (272 KB)

Die Ansprechperson der jeweiligen Kooperationspartnerin oder des Kooperationspartners füllt den Fragebogen nach Abstimmung innerhalb der eigenen Institution am Computer aus und sendet diesen per E-Mail, entsprechend den Anweisungen des oben genannten Leitfadens für Träger, an die Koordinatorin oder den Koordinator zurück.

Auswertung der Befragungsergebnisse

Die Koordinatorin oder der Koordinator kann mit der Auswertung der Fragebögen beginnen, sobald alle Fragebögen der Kooperationspartnerinnen und -partner ausgefüllt vorliegen. Auch bei der Auswertung der Befragungsergebnisse unterscheidet sich die Vorgehensweise je nach der Durchführungsform der Selbstbewertung.

Auswertung der Fragebögen in Papierform

Zur Auswertung der Papierfragebögen kann die Koordinatorin oder der Koordinator die Antworten in eine Auswertungsmatrix übertragen. Mit Hilfe dieser Matrix ist ein vergleichender Überblick über die vorgenommenen Bewertungen möglich. Zudem bietet die Auswertungsmatrix für den anschließenden fachlichen Austausch Hinweise zu möglichen Schwerpunktthemen. Beispielsweise, wenn Bewertungen auffällig voneinander abweichen oder wenn ein bestimmter Weiterentwicklungsbedarf von allen Beteiligten identifiziert wird.

Auswertung der Fragebögen im IT-Tool

Die Koordinatorin oder der Koordinator erzeugt die Auswertung im IT-Tool, sobald die Fragebögen aller Kooperationspartnerinnen und -partner vollständig vorliegen. Der technische Leitfaden für Koordinatorinnen und Koordinatoren gibt hierzu detaillierte Anweisungen (Rücklauf empfangen und auswerten).

Die automatisch generierte Auswertung erfolgt nach Institutionen getrennt in Form eines Balkendiagramms und wird entlang der sechs Handlungsfelder dargestellt. Sie bildet auf einen Blick die vorgenommenen Einschätzungen sowohl zum IST-Stand als auch zu den Zielvorstellungen ab und ist damit eine wesentliche Grundlage für den anschließenden trägerübergreifenden Austausch.

Fachlicher Austausch

Die Gegenüberstellung der Befragungsergebnisse aller Kooperationspartnerinnen und -partner bildet nach der ersten Analyse den Anknüpfungspunkt für den anschließenden trägerübergreifenden Dialogprozess. Dieser kann im Rahmen eines selbstmoderierten Austauschs oder auch mit Hilfe externer Moderation erfolgen, zum Beispiel durch die Interne Beratung der Bundesagentur für Arbeit.

Copyright Informationen anzeigenMann und Frau betrachten eine Pinwand mit Befragungsergebnissen
Die Analyse der Befragungsergebnisse bildet den Grundstein für den fachlichen Austausch

Gemeinsames Verständnis der fachlichen Qualität

Die Analyse des IST-Standes verdeutlicht sowohl die Übereinstimmungen als auch unterschiedliche Sichtweisen der kooperierenden Institutionen. Auf dieser Grundlage setzt die gemeinsame Diskussion an und trägt durch die Auseinandersetzung mit den fachlichen Themen dazu bei, ein gemeinsames Verständnis zu den Qualitätskriterien der Jugendberufsagentur zu entwickeln. Auf dieser Basis kann der anschließende Weiterentwicklungsprozess starten.

Ausgehend von den Auswertungsergebnissen erfolgt die Identifikation geeigneter Entwicklungsfelder. Das heißt: Die Kooperationspartnerinnen und -partner vereinbaren die Themenfelder, an denen sie in der nächsten Zeit gemeinsam arbeiten wollen.

Je nach Umfang und Tiefe der Entwicklungsfelder bietet es sich an, den Austausch und die gemeinsame Diskussion auf mehrere Termine zu verteilen. Zur Strukturierung des weiteren Vorgehens legen die Träger gemeinsam die erforderlichen Schritte sowie die hierfür verantwortlichen Personen fest. Die Orientierungshilfe "Empfehlung zum fachlichen Austausch" enthält Hinweise, Anregungen und Tipps für den örtlichen Austausch im Format eines Workshops.

Bei Bedarf kann für den trägerübergreifenden Dialogprozess eine externe Moderation und Beratung in Anspruch genommen werden. Jugendberufsagenturen können über die gemeinsamen Einrichtungen oder über die Agenturen für Arbeit die Unterstützung der Internen Beratung der Bundesagentur für Arbeit für den Gesamtprozess oder für einzelne Prozessteilschritte nutzen. Der Themenflyer der Internen Beratung bietet dazu weitere Informationen.

Umsetzung der geplanten Maßnahmen

Die konkrete Umsetzung einzelner Maßnahmen erfolgt in eigener Verantwortung der Jugendberufsagentur. Die Kooperationspartnerinnen und -partner schätzen die lokalen Gegebenheiten und Rahmenbedingungen ein, leiten daraus gemeinsam konkrete Handlungen ab und halten diese nach.

Die Servicestelle Jugendberufsagenturen unterstützt mit ihrem Praxisangebot Jugendberufsagenturen in diesem Prozess und bietet Impulse für die Entwicklung eigener Lösungsansätze. In unserer Rubrik "Praxis" finden Sie Informationen zu vielen Themenbereichen aus der Praxis von Jugendberufsagenturen. Daneben sammeln wir auf der Seite "Berichte aus der Praxis" Berichte über Lösungsansätze von Jugendberufsagenturen zu unterschiedlichen Herausforderungen. Dort ist auch eine Sammlung von Praxistipps von Jugendberufsagenturen für Jugendberufsagenturen enthalten, die von der Bundesagentur für Arbeit – in enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Kommunalen Spitzenverbänden – gesammelt und veröffentlicht wurde.

Support zum Prozess des Selbstbewertungsverfahren

Sie haben technische oder fachliche Fragen zum Selbstbewertungsverfahren? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf:

KONTAKT@SERVICESTELLE-JBA.DE

Informationsbroschüre in Printform

Die Broschüre "Entwicklungsperspektiven in Jugendberufsagenturen erkennen und umsetzen" können Sie auch in Printform kostenfrei bestellen:

Kontakt

Arbeits- und Informationsmaterialien zur Selbstbewertung

Arbeits- und Informationsmaterialien zur Selbstbewertung

Cover der Informationsbroschüre herausgegeben von der Bundesagentur für Arbeit

Informationen zum Selbstbewertungsverfahren

Die Broschüre bietet Informationen rund um den Prozess der Selbstbewertung. Herausgeberin ist die  Bundesagentur für Arbeit, die maßgeblich an der Entwicklung des Selbstbewertungstools beteiligt war.

Informationsbroschüre (3344 KB)
Titelseite Präsentation zur Informationsveranstaltung erstellt durch die Bundesagentur für Arbeit

Unterstützung zur Vorbereitung

Die Präsentation kann im Rahmen einer Informationsveranstaltung zur Einstimmung der Mitarbeitenden auf die Selbstbewertung verwendet werden. Sie leitet durch die wichtigsten Schritte des Selbstbewertungsverfahrens.

Präsentation für Informationsveranstaltungen (1103 KB)
Auszug der ersten Seite des Fragebogens

Druckvorlage des Fragenbogens

Die Druckvorlage für den Fragebogen benötigen die Jugendberufsagenturen, die sich für eine Selbstbewertung auf analogem Weg entschieden haben. Für eine Selbstbewertung via IT-Tool ist sie nicht notwendig.

Druckvorlage Fragebogen (413 KB)
Auszug der Fachlichen Erläuterungen zum Fragebogen erstellt von der Bundesagentur für Arbeit

Fachliche Erläuterungen zum Fragebogen

Die Erläuterungen zum Fragebogen enthalten Wortdefinitionen für die im Fragebogen verwendeten fachlichen Begriffe. Diese Datei wird nur für die Selbstbewertung in Papierform benötigt.

Erläuterungen zum Fragebogen (216 KB)
Cover des Leitfadens der Bundesagentur für Arbeit

Hilfe für Koordinatorenrolle (Bundesagentur für Arbeit)

Der "Leitfaden für Koordinatorinnen und Koordinatoren der Bundesagentur für Arbeit" enthält ausführliche Informationen zur Beantragung des Zugangs zum IT-Tool und zur technischen Umsetzung der Befragung.

Leitfaden für Koordinatorinnen und Koordinatoren (BA) (1227 KB)
Cover des Leitfadens

Hilfe für Koordinatorenrolle (Kommunen und Schulen)

Die einzelnen Schritte der Installation und der Handhabung des IT-Tools werden im "Leitfaden für Koordinatorinnen und Koordinatoren in Kommunen und Schulen" detailliert beschrieben.

Leitfaden für Koordinatorinnen und Koordinatoren (Kommunen und Schulen) (1713 KB)
Cover des Leitfadens

Leitfaden für Trägerrolle (Bundesagentur für Arbeit)

Der Leitfaden richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Bundesagentur für Arbeit und bietet Informationen zur korrekten Handhabung des IT-Tools bei der Beantwortung der Fragebögen.

Leitfaden Trägerinnen und Träger (Bundesagentur für Arbeit) (996 KB)
Cover des Leitfadens

Leitfaden für Trägerrolle (Kommunen und Schulen)

Der Leitfaden richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kommunen und Schulen. Er bietet Informationen zur korrekten Handhabung des IT-Tools bei der Beantwortung der Fragebögen.

Leitfaden Trägerinnen und Träger (Kommunen und Schulen) (1432 KB)
Ausschnitt der Auswertungsmatrix

Auswertungshilfe für den analogen Weg

Jugendberufsagenturen, die das Verfahren der Selbstbewertung auf analogem Weg durchlaufen, können die Auswertung der Papierfragebögen mit Hilfe dieser Auswertungsmatrix durchführen.

Auswertungsmatrix (Excel-Datei) (701 KB)
Cover Orientierungshilfe

Tipps für den fachlichen Austausch

Die Orientierungshilfe bietet Hinweise, Anregungen und nützliche Tipps für den fachlichen Austausch im späteren Verlauf der Selbstbewertung. Sie hilft dabei das weitere Vorgehen zu strukturieren.

Orientierungshilfe fachlicher Austausch (284 KB)